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17. April 2016

Duft als Signal unseres Wesens

Liebe Parfum Fans,
heute möchte ich Ihnen gerne über das Thema „Düfte entstehen im Kopf“ näher bringen. Denn unsere Nase ist so ein entscheidendes Organ wenn es um die Welt der Düfte geht.

Duft als Signal unseres Wesens – Zeichen unserer eigenen Persönlichkeit

Gerüche setzen sich aus mehr als 500 Einzelwirkstoffen zusammen. Es reichen jedoch oft nur wenige Substanzen, so genannte Leitsubstanzen aus, um einen Geruch zu erkennen. Die Leitsubstanz für den Rosenduft ist das Geraniol, d.h. bei Riechen dieses Duftes wird man an eine Rose erinnert, man wird aber auch merken, dass noch etwas am vollständigem Rosenduft fehlt, da nicht allein die Leitsubstanz das Duftbild bestimmt, sondern noch viele andere Substanzen. Ein künstlicher Rosenduft, der nur Leitsubstanzen enthält, kann niemals den komplexen Geruch der echten Rose ersetzen.
Setzen Sie auf Qualität und Natürlichkeit!

Beim Sehen und Hören benötigen wir Energiereize wie Licht und Schall. Beim Riechen genügt allein das Duftmolekül, das danach wieder abgeatmet wird. Im Gegensatz zum Riechen, sind Hören und Sehen relativ junge Sinne, deren Reize werden daher zuerst von der Großraumrinde analysiert, bevor sie Reaktionen auslösen.

Der eingeatmete Duft gelangt durch die Nase auf unsere Riechschleimhaut (etwa in Höhe der Augen). Dort sitzen ca. 10 Millionen Riechnervenzellen. Jede Riechzelle ist auf einen speziellen Duftstoff spezialisiert. Sie tragen ein Büschel von kleinen Härchen, die oben Rezeptoren tragen und ragen in die wässrige Schleimschicht der Nasenschleimhaut hinein. Am Rezeptor der Riechzelle angekommen, löst der Duftstoff in der Zelle einen elektrischen Impuls aus. Dieser wird im Inneren der Zelle um das bis zu 1000 fache verstärkt und über lange Fortsätze der Riechzellen so genannten Axone, ans Gehirn weitergeleitet.
Die Nase ist das einzige Sinnesorgan, das seine Impulse direkt ins Gehirn leitet, ohne dass andere Nervenzellen dazwischen geschaltet sind. Die Fortsätze der Riechsinnesnerven führen durch das Siebbein direkt in den Riechkolben. Aus den Riechkolben werden Nervenimpulse weitergeleitet ins Riechhirn, dort werden sie verrechnet, gebündelt und weiter geschickt.

Einer der Informationswege führt von dort direkt zum Sitz der Emotionen, ins Limbische System. Hier wird sofort über die eintreffende Duftinformation ein Gefühl erzeugt. Je nach Geruch kann es Freude, Angst, Ekel oder Wohlbehagen erzeugen. Dieses geschieht unkontrolliert, wir können es nicht beeinflussen, denn wenn wir den Duft riechen können, ist er schon in unserem Gehirn angekommen und hat etwas bewirkt. Er hat uns vielleicht an etwas erinnert, Freude oder Angst ausgelöst.

Wir können Düfte nicht kontrollieren. Augen und Ohren kann man für längere Zeit zuhalten, aber nicht die Nase. Parallel zu dieser unterbewussten Verarbeitung der Information dringen die Düfte auch in unser Bewusstsein vor.

Das Riechhirn schickt Impulse in höhere und entwicklungsgeschichtlich jüngere Gehirnzentren. Über eine weitere Schaltzentrale, den Thalamus, laufen sie in die Großhirnrinde. Hier entsteht der bewusste Geruchseindruck, d.h. hier wird der Duft erkannt. Ob wir einen Duft mögen oder nicht, ist abhängig von der Erfahrung, die wir mit diesem Geruch gemacht haben. Manche Gerüche nehmen wir schon über die Nabelschnur auf, andere lernen wir erst mit zunehmendem Alter kennen.

Düfte wecken Erinnerungen in uns. Einige Gerüche versetzen uns sofort in unsere Kindheit zurück. Diese Erinnerungen werden im limbischen System aktiviert. Der Sitz des Gedächtnisses liegt im so genannten Hippocampus, in unmittelbarer Nachtbarschaft. Hier entstehen vor unserem inneren Auge die Bilder, die der jeweilige Duft heraufbeschwört. Gefährliche Düfte z.B. Brandgeruch oder Modergeruch warnen uns ein Leben lang. Aber auch Düfte, mit denen uns ein schönes Ereignis verbindet, werden uns ein Leben lang, jedes Mal, wenn wir den Duft riechen, an dieses schöne Ereignis erinnern.

„Der Geruchssinn ist der Sinn der Erinnerung und des Verlangens“
Jacques Rousseau.

Der Duft ist die intensivste Art der Erinnerung.
Gerne möchte ich Ihnen nun Beispiele geben wie aus Düften Bilder im Kopf entstehen.
Wenn wir uns nun für ein Neues Parfum entscheiden spielen natürlich sehr viele Argumente mit:

Düfte spigeln heute meistens von außen nach innen – als vom Packaging bis zum Duft – eine Botschaft wieder. Nun stelle ich Ihnen 5 Beispiele vor.

Kopfkino: Meer

Nehmen wir EROLFA von Creed. Die Magie der Superlative, die als Willkommensgruß bereits die Passagiere der ersten Klasse auf der Titanic betörte. Das blaue Band steht für die Seelenverwandtschaft, für das Streben nach dem Besten und findet sich nicht nur in der blauen Kappe des Flakons wieder, sondern auch in der Präzision der Duftschöpfung. Akkorde aus Marine-Algen und Seetang entführen auf den Atlantik und lassen seine unendliche Weite und Unberechenbarkeit ahnen.
Der Name steht für die Familie CREED, der Sohn Erwin, die Tochter Olivia, die Frau Fabienne.

Wenn Sie diesen Duft riechen weckt es sofort Erinnerungen an das Meer, an Urlaub.
Bei diesem Duft kommen bei mir Urlaubserinnerungen auf und es erinnert mich heute sehr stark an dem Moment, wenn ich auf dem Felsen stehe und die Unendlichkeit des Meeres bestaunen kann.

Kopfkino: Verbotenes tun, sich ausleben

KILIAN HENNESSY gelingt das mit Bravur unsd seinen extravaganten Kreationen: Good Girls gone Bad

Ein Parfum, das jene Fülle und opulente Lust repräsentiert, die Kilian so liebt, und die einen ganz speziellen Frauentyp verkörpert. Sinnlich und hemmungslos. Eine Frau, die für alles steht, für alles zu haben ist – in der Welt der Liebe, des Begehrens, des Verbotenen. Eine Komposition aus Früchten und Blumen. Ein Parfum, so unwiderstehlich wie das Lachen, wie eine Barriere, die aufgehoben wurde, wie ein vergessenes Verbot. Für die Frau, die sich traut, etwas zu wagen und ihre Kühnheit auslebt.
Selbst RIHANA singt davon wie aus einem braven Mädchen etwas ganz anderes werden kann.

Kopfkino: Besuch in der Kathedrale, Kirche oder Dom

Messe de Minuit – ETRO
Sanft wirft das flackernde Licht der Kerzen seinen Schatten in die Kuppeln und Gewölbe der Kathedrale, schärft alle Sinne und befreit unseren Geist von allem Irdischen. Hier im Halbdunkel kann die Reinheit den Weg zu unserem Herzen finden. Ein Nocturne hallt dunkel und eindringlich wie eine ewig dauernde Melodie durch die Nacht. In dieser innigen Umarmung gibt es keine Trennung zwischen dem Heilig-Sakralen und dem Weltlichen, zwischen Geist und Körper. Seele und Herz vereinigen sich.

Ich habe das Bild des Weihrauchfasses in dem ich nur einen Spritzer sprühe und daran rieche-
Für mich der schönste Weihrauchduft.

Kopfkino: Kindheit, Zartheit, umhüllt sein… Träumerei

Lorenzo Villoresi – Teint de Neige
Teint de Neige, „die Farbe des Schnees“, so wurde in der Belle Epoque der „Schneewittchenteint“ genannt, der ein reines und helles pudriges Gesicht erstrahlen lies. Das unverwechselbare Aroma parfümierter Puder, die Weichheit des Talcums, der Duft eines jungfräulichen Teints.
Ein weiches und sanftes Eau de Toilette, vornehm, einhüllend und gleichzeitig intensiv und anhaltend. In einem sanften und schonenden Verfahren aus wertvollen Blüten gewonnen. Ein Duft der einen nicht mehr loslässt.

Und zum guten Schluss, ein Duft den ich vor vielen Jahren kennengerlernt habe und bis heute absolut eigen und nicht nochmals auffinden konnte.

Kopfkino: Moderne, Coolness

Escentric Molecules Escentric 02 ist ein frischer, klarer Duft der in der Kopfnote mit Gin, Tonic, Almdudler und Ambroxan überrascht.
Geza Schön hat es geschafft ein Parfum zu schaffen was auch die Noten auffängt die wir nur von einer Kartonage kennen, wenn wir einen Apple Laptop kaufen und nach dem Abziehn der Folie sich ein ganz eigener Duft absetzt. Unglaublich und einmalig. Mittlerweile setzen einige Hersteller auf diese Substanz die eine der teuersten chemisch hergestellten Düfte ist, namens AMBROXAN.

Die Welt der Düfte ist etwas spannendes!
Nur die kleinen echten Hersteller können Ihnen eine Garantie geben, das es sich um die wahre Kunst der echten Parfums handelt. Es gibt 10.000 Düfte, allerdings nur 10% sind heutzutage dem Handwerk des Parfums und nicht dem Kommerz gewidmet. Lassen Sie sich inspirieren und mein Tipp zum Schluss, geben Sie sich selbst und Ihrer Nase Zeit das Richtige zu finden.

Nicht die Inhaltsstoffe sollten im Vordergrund stehen sondern der Mut etwas Neues zu wagen.

Mutig sein! …das wünsche ich Ihnen.

Ihr Marcel F. Reinhold

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